Expert Voices vor der DMEXCO 26: OMMAX über die wahre Bedeutung von Agentic AI

Expert Voices vor der DMEXCO 26: OMMAX über die wahre Bedeutung von Agentic AI

Teil 1 unserer Partner-Serie im Vorfeld der DMEXCO 2026.

Im September geht es für Ibexa zur DMEXCO nach Köln. Unser Partnernetzwerk ist mit dabei. Besonders freuen wir uns in diesem Jahr auf die Gespräche rund um Agentic Marketing. Es geht darum, wie KI-Agenten zunehmend echte Aufgaben im Marketing-Stack übernehmen, und darum, was das für die Teams bedeutet, die dahinterstehen.


 

Um zu verstehen, wie sich dieser Wandel in der Praxis anfühlt, haben wir unsere Partner nach ihrer Einschätzung gefragt. Diese Interview-Serie nimmt uns mit auf die gesamte Reise. Sie legt zunächst die Grundlagen und wirft anschließend einen Blick auf die Zukunft von Agentic Marketing.

 

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Den Auftakt macht Sven Voertmann von OMMAX, Platinum Partner von Ibexa und zweifacher Partner of the Year für Nord- und Zentraleuropa. Das hat er uns erzählt.

 

Wo seht ihr das größte Potenzial von KI und Agentic für Unternehmen?

"Das größte Potenzial entsteht unserer Erfahrung nach dort, wo KI echte Probleme löst oder gänzlich neue Möglichkeiten eröffnet, z.B. für neue innovative Angebote oder Services.

Ein Beispiel aus der Praxis: Bei einer großen Bildungsplattform haben wir das Lead-Management mit KI-Agenten umgesetzt. Der Agent ergänzt Kontaktdaten, personalisiert die Ansprache, optimiert die Kanalauswahl und aktiviert Leads. In 100 Tagen entstanden so mehr als 1,3 Millionen personalisierte Interaktionen. Die Conversion stieg um 20 Prozent. Das hat echten Mehrwert für alle Beteiligten und wäre ohne KI so nicht möglich gewesen."

Welche Erwartungen an KI sind aus eurer Sicht realistisch und welche eher nicht?

"Realistisch sind klare Verbesserungen bei Aufgaben, die wiederkehrend sind, viele Informationen verarbeiten und sich gut beschreiben lassen. Recherche, Entwürfe, Klassifikation, Personalisierung, Qualitätssicherung und Aussteuerung funktionieren heute bereits gut.

Unrealistisch ist die Hoffnung, ein Agent könne schlechte Daten, unklare Prozesse und fehlende Verantwortlichkeiten einfach „übergehen“. Das ist ein folgenschwerer Irrtum. Ehrlich gesagt erleben wir in Projekten häufiger organisatorische als technologische Grenzen."

Welche ersten Schritte sollten Unternehmen heute gehen, wenn sie sich auf Agentic vorbereiten möchten?

"Wir raten unseren Kunden immer: Beginnt nicht mit der Frage „Welchen Agenten wollen wir denn bauen?“. Stattdessen sollte ein Prozess ausgewählt werden, der heute spürbar wehtut. Wo verlieren Teams viel Zeit? Wo entstehen unnötige Übergaben? Wo warten Kunden zu lange? Und was würde sich wirtschaftlich verändern, wenn dieser Prozess besser funktioniert?

Danach braucht es einen verantwortlichen Business Owner und eine bewusste Entscheidung darüber, was die KI übernehmen darf und wo ein Mensch prüft, der bekannte „Human-in-the-loop“ Prozess also. Der erste Use Case darf bewusst klein sein. Er sollte aber von Anfang an so gedacht werden, dass er später in der Skalierung nicht an Datenzugriffen, Governance oder fehlender Akzeptanz scheitert. Unser Leitsatz zum Agentic-Start ist recht simpel: klein beginnen, aber bitte nicht klein denken."

Was macht für euch eine moderne Digital Experience Platform aus?

"Eine moderne DXP muss vor allem starke Orchestrierungsfähigkeiten mitbringen und flexibel und modular einsetzbar sein. Eine DXP verbindet dabei Content, Produktinformationen, Kundendaten, Commerce und Aktivierung so, dass der Kunde eine konsistente Marke erlebt. Das Ganze muss für das interne Team, in erster Linie das Marketing-Team, auch intuitiv zu managen sein. Hier spielt also auch die User Experience der DXP selbst eine wichtige Rolle.

Ibexa passt hier unseres Erachtens wunderbar in die heutige Zeit. DXP, PIM, CDP und Engagement werden nicht als lose Werkzeuge gedacht, sondern als verbundenes, steuerbares System. Unternehmen können damit ihre vorhandene Landschaft weiterentwickeln und gleichzeitig Schritt für Schritt mehr Orchestrierung schaffen. Das wiederum ist eine Grundvoraussetzung für KI. Die Verbindung von Plattform, Daten und Aktivierung ist auch ein zentraler Schwerpunkt unserer gemeinsamen Arbeit mit Ibexa.

Bei einem internationalen B2B-Anbieter haben wir mit Ibexa beispielsweise vier Marken und mehrere gewachsene Systeme auf einer gemeinsamen Plattform konsolidiert. Das hat die technische Komplexität reduziert. Gleichzeitig entstand eine gemeinsame Grundlage, um Inhalte, Lead-Flows und digitale Services konsistenter weiterzuentwickeln."

Daran messen wir bei OMMAX moderne Plattformarbeit: Sie soll Komplexität aus dem Alltag nehmen und Veränderungen für Kunden wie für interne Teams messbar einfacher machen."

Was macht aus eurer Sicht eine erfolgreiche Partnerschaft zwischen Softwarehersteller und Implementierungspartner aus?

"Der Anspruch muss immer sein, dass der Kunde die Nahtstelle zwischen Softwarehersteller und Implementierungspartner im Alltag kaum bemerkt. Vor allem sollte er nicht selbst koordinieren müssen, wer für welchen Teil zuständig ist.

Ibexa bringt die Produktvision, die Plattform und tiefes plattformspezifisches Wissen ein. OMMAX verbindet das mit Geschäftsstrategie, Customer Experience, Daten, KI, Architektur und langjähriger Umsetzungserfahrung.

OMMAX ist Ibexa Platinum Partner, im Advisory Board vertreten und wurde zwei Mal in Folge als Partner of the Year für Northern and Central Europe ausgezeichnet. Darüber freuen wir uns natürlich sehr. Vor allem aber zählt: Wir kennen uns auf beiden Seiten seit Jahren, vertrauen uns gegenseitig und sprechen eine gemeinsame Sprache. Das ist das Fundament, um gemeinsam erstklassige Kundenprojekte umzusetzen."

Welche Werte prägen eure Arbeit am stärksten?

Wenn wir uns auf die Top3 konzentrieren müssten, dann wären das vermutlich: Neugier, Verantwortung und Wirkung.

"Neugier heißt für uns, einen Kunden wirklich zu verstehen und am Puls der Zeit und Technologie zu sein: Wo entsteht Wert? Warum läuft ein Prozess heute so? Was sind die Erfolgsbedingungen? Erst danach sprechen wir über die (technische) Lösung.

Verantwortung bedeutet, dass wir eine Empfehlung nicht abgeben und dann den Staffelstab übergeben. Wir können den gesamten Weg begleiten, von der Idee über den Business Case und die Architektur bis zu einer Lösung, die im Alltag funktioniert. Das machen wir tatsächlich beim Großteil unsere Projekt auch. Der Kunde hat also einen Ansprechpartner und vermeidet unnötige Übergaben und Reibungen. Diese Verbindung aus Strategie und Umsetzung in den Bereichen Business, Tech, Data und AI prägt OMMAX seit Jahren.

Aus mehr als 4.000 Projekten wissen wir, dass eine Strategie technisch tragfähig sein und von der Organisation angenommen werden muss. Eine saubere Implementierung zählt wiederum nur dann, wenn sie ein relevantes Geschäftsproblem löst.

Und damit sind wir beim Thema „Wirkung“. Diese zeigt sich für uns daran, ob Kunden und Mitarbeitende eine konkrete Verbesserung spüren und sich diese auch messbar im Return-On-Invest niederschlägt."
 

Danke an Sven und das OMMAX-Team für den gelungenen Auftakt der Serie.

 Der Business Case steht damit. Die nächste Frage ist eine technische: Welche Grundlage muss eigentlich vorhanden sein, bevor Agenten das überhaupt leisten können? 

Genau darum geht es im nächsten Teil, in Teil 2 mit webit!.

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